WLAN
Wenn im Haus fünf verschiedene WLAN-Namen auftauchen
Im Wohnzimmer heißt das WLAN „FritzBox“, im Obergeschoss „FritzRepeater“, im Arbeitszimmer taucht noch „WLAN-Buero“ auf und irgendwo gibt es zusätzlich ein Netz mit dem Namen des alten Routers. Dazu kommt vielleicht noch ein Gäste-WLAN, sodass auf dem Smartphone fünf oder sechs bekannte Netze gespeichert sind.
Solange man weiß, welches davon an welcher Stelle funktioniert, lässt sich damit leben. Mit der Zeit wird es allerdings unübersichtlich, weil Geräte an unterschiedlichen WLANs hängen, Verbindungen beim Wechsel zwischen Räumen nicht immer so reagieren wie erwartet und niemand mehr genau weiß, welche Zugangspunkte eigentlich zum aktuellen Netz gehören.
Mehrere WLAN-Namen sind deshalb nicht automatisch ein technischer Fehler. Sie sind aber oft ein ziemlich guter Hinweis darauf, dass das Funknetz über Jahre Stück für Stück erweitert wurde.
Jeder neue Name erzählt meistens eine kleine Geschichte
Der erste Router brachte sein eigenes WLAN mit. Später reichte die Verbindung im Obergeschoss nicht aus, also kam dort ein weiteres Gerät hinzu. Vielleicht wurde dieses nicht in das vorhandene WLAN integriert, sondern mit einem eigenen Namen eingerichtet.
Ein paar Jahre später wechselte der Internetanbieter. Der neue Router brachte wieder einen neuen Namen mit, während der alte Zugangspunkt im Keller weiterlief. Für das Homeoffice kam irgendwann ein weiteres WLAN dazu.
So entstehen mehrere Funknetze, ohne dass jemals jemand beschlossen hat, absichtlich fünf davon im selben Haus zu betreiben.
Das ähnelt sehr der Entwicklung bei mehreren Repeatern. Jede einzelne Erweiterung war in dem Moment nachvollziehbar. Erst die Summe macht den Aufbau schwerer verständlich.
Bei einer Bestandsaufnahme interessiert deshalb nicht nur, wie die einzelnen WLANs heißen, sondern welches Gerät dahintersteht und welche Aufgabe es heute noch erfüllt.
Das Endgerät sieht nur eine Liste von Möglichkeiten
Für Smartphone oder Laptop sind unterschiedliche WLAN-Namen zunächst eigenständige Netze.
Sind mehrere davon gespeichert, entscheidet das Gerät anhand seiner eigenen Logik, mit welchem es sich verbindet. Dabei entsteht nicht zwangsläufig das Verhalten, das der Benutzer erwartet.
Man sitzt beispielsweise im Arbeitszimmer, wo „WLAN-Buero“ hervorragend funktioniert, das Smartphone bleibt aber weiterhin mit „FritzBox“ verbunden, weil dieses Netz noch ausreichend erreichbar ist und bereits genutzt wurde.
Dann sieht es so aus, als sei das WLAN im Arbeitszimmer schlecht, obwohl dort ein sehr guter Zugangspunkt vorhanden ist. Das Gerät benutzt ihn nur gerade nicht.
Genau solche Situationen werden bei unterschiedlicher WLAN-Qualität zwischen einzelnen Räumen schnell verwirrend, weil nicht mehr nur die Funkversorgung eine Rolle spielt, sondern zusätzlich die Frage, welches der gespeicherten Netze das Endgerät gerade verwendet.
Gleicher Internetanschluss bedeutet nicht gleicher Weg
Mehrere WLAN-Namen können außerdem auf sehr unterschiedliche Netzwerkwege führen.
Ein Zugangspunkt hängt vielleicht direkt per Netzwerkkabel am Switch. Ein zweiter arbeitet über Funk als Repeater und ein dritter ist über Powerline angebunden. Für den Benutzer führen alle am Ende zum gleichen Internetanschluss.
Technisch sind die Wege trotzdem verschieden.
Damit erklärt sich, warum ein WLAN schnell und stabil arbeitet, während ein anderes im selben Haus regelmäßig auffällt. Der Unterschied liegt möglicherweise gar nicht im sichtbaren WLAN-Signal, sondern in der Verbindung dahinter.
Gerade in einem Netz mit LAN, WLAN, Repeatern und Powerline gleichzeitig ist deshalb entscheidend, nicht nur die Namen zu betrachten. Interessanter ist der tatsächliche Weg, den die Daten nehmen.
Ein Smartphone kennt diese Geschichte nicht. Es sieht nur die Funknetze, mit denen es sich verbinden kann.
Ein gemeinsamer WLAN-Name löst nicht automatisch alles
Die naheliegende Idee besteht darin, allen Zugangspunkten einfach denselben WLAN-Namen zu geben.
Das kann Bestandteil einer saubereren Struktur sein, ist aber noch keine vollständige Lösung.
Wenn zwei Zugangspunkte denselben Namen verwenden, müssen sie trotzdem vernünftig angebunden sein und sinnvoll zusammenarbeiten. Auch die Endgeräte entscheiden weiterhin mit, wann sie eine bestehende Verbindung verlassen und zu einem anderen Zugangspunkt wechseln.
Ein Mesh-System kann diese Zusammenarbeit erleichtern, weil mehrere WLAN-Komponenten gemeinsam verwaltet werden. Die grundlegenden Bedingungen bleiben trotzdem bestehen: Die Funkversorgung muss zum Gebäude passen und die einzelnen Stationen brauchen vernünftige Wege zum restlichen Netz.
Aus fünf Namen einen einzigen zu machen, verbessert deshalb vor allem die Übersicht. Ob das WLAN dadurch tatsächlich besser wird, hängt vom Aufbau dahinter ab.
Auch alte Netze bleiben manchmal länger aktiv als gedacht
Ein weiterer Klassiker ist das WLAN des alten Routers.
Der Internetanbieter wurde gewechselt, ein neues Gerät kam ins Haus und alles wurde umgestellt. Monate später taucht auf dem Smartphone trotzdem noch der alte WLAN-Name auf.
Dann lohnt sich die Frage, welches Gerät ihn eigentlich noch aussendet.
Vielleicht steht der alte Router weiterhin im Keller, weil darüber noch irgendeine Verbindung läuft. Vielleicht wurde ein alter Repeater nie neu eingerichtet oder eine andere Komponente sendet noch mit den früheren Einstellungen.
Solche Netze müssen nicht zwangsläufig stören. Sie zeigen aber, dass die aktuelle Funkstruktur nicht vollständig bekannt ist.
Das passt zu dem kleinen Kästchen, dessen Aufgabe niemand mehr erklären kann: Solange alles funktioniert, bleibt alte Technik leicht unbemerkt. Erst wenn ein Problem entsteht oder etwas verändert werden soll, wird ihre Rolle interessant.
Der erste Schritt ist daher eine Zuordnung
Bei mehreren WLAN-Namen würde ich nicht sofort beginnen, Netze umzubenennen oder Geräte zurückzusetzen.
Zuerst muss klar sein, welcher Name zu welchem Zugangspunkt gehört, wie dieser Zugangspunkt angebunden ist und welchen Bereich er eigentlich versorgen soll.
Danach lässt sich beurteilen, welche Netze weiterhin gebraucht werden, welche Struktur sinnvoll zusammengeführt werden kann und ob alte WLANs überhaupt noch eine Aufgabe erfüllen.
Dabei geht es nicht darum, unbedingt nur noch einen einzigen Namen im ganzen Haus zu haben. Je nach Nutzung können mehrere getrennte WLANs durchaus sinnvoll sein, etwa für Gäste oder unterschiedliche Gerätegruppen.
Der Unterschied liegt darin, ob diese Trennung bewusst geplant wurde oder lediglich das Ergebnis vieler Jahre Erweiterung ist.
Fünf WLAN-Namen im Haus sind also nicht automatisch schlecht.
Wenn allerdings niemand mehr erklären kann, welcher davon wofür da ist, ist das ein ziemlich guter Zeitpunkt, das Funknetz einmal wieder als Ganzes anzusehen.